
22.7.2025 — Neugierig auf Neurochirurgie? PJ an der DIAKO Flensburg!
Wir haben noch freie PJ-Plätze für den Zeitraum 1. August 2025 bis 31. März 2026 und freuen uns über Bewerbungen! Bei Fragen zum PJ steht PD Dr. Roman Rotermund gern zur Verfügung.
Mehr Infos zum PJ an der DIAKO



24.6.2025 — Kraniosynostose: Neue Therapien für Säuglinge und Kleinkinder an der DIAKO
Im DIAKO Krankenhaus betreut die Neurochirurgie zusammen mit der Kinderklinik auch die ganz Kleinen im ersten Lebensjahr, wenn es um Kopfdeformitäten geht.
„Säuglinge und Kleinkinder sind häufig von einer lagebedingten Kopfdeformität betroffen“, sagt Prof. Dr. Jan Regelsberger, Chefarzt der Flensburger Neurochirurgie. Hier ist eine Operation nicht nötig. Eine Physiotherapie und Änderungen der Liegegewohnheiten sind meist völlig ausreichend. „Zusätzlich können wir jetzt aber auch eine Helmtherapie anbieten, in enger Absprache mit dem Sanitätshaus Thiel&Scheld. Das ist eine echte Bereicherung unserer Therapiemöglichkeiten für diese kleinen Patienten“. Das Sanitätshaus misst den Kopf des Kindes mit einem Scanner – für das Kind völlig problemlos – und fertigt den Helm individuell an.
Anders ist es allerdings bei den angeborenen Kopfdeformitäten, den so genannten Kraniosynostosen. Die Diagnose kann schon in der Schwangerschaft gestellt werden, ist klinisch jedoch erst nach der Geburt auffällig. Hier wird die Diagnose dann mit einer Ultraschall-Untersuchung gesichert. Meist wird dann auch eine Operation notwendig. „Auch hier bieten wir an der DIAKO jetzt ein neues Operationsverfahren. Die Operation wird mit Hilfe eines Endoskops durchgeführt, so dass nur kleine Hautschnitte notwendig sind. Durch die Hautöffnungen führt der Operateur ein Endoskop ein, mit dem die verschlossenen Schädelnähte wieder eröffnet und korrigiert werden.“ Eine Helmversorgung wird auch hier nach der Operation notwendig, um die normale Kopfform des Kindes zu sichern und zu festigen. „Entscheidend für den Erfolg ist, dass wir das Kind frühzeitig, zum Zeitpunkt der U3 wenige Wochen nach der Geburt, behandeln können.”
Prof. Regelsberger verfügt über eine 30-jährige Erfahrung in diesem Fachgebiet. Er hat zu diesem Themenbereich promoviert und habilitiert und über viele Jahre eine Sprechstunde für Kopfdeformitäten und Synostosen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) geleitet. Jetzt gibt es an der DIAKO die Spezialsprechstunde Kinderneurochirurgie jeweils Dienstag von 12 bis 16 Uhr im Ambulanten Sprechstundenzentrum. Anmeldung über 0461 812-1599 oder asz-termine(at)diako.de.
Neuro-Fortbildung 2025/2026

2025/26 —Jeweils am 1. Mittwoch im Monat findet online eine Fortbildung des Neurozentrums zu Neuro-Themen statt. Interessierte sind herzlich willkommen, sich einzuwählen!
Alle online-Fortbildungen finden von 18 – 19 Uhr statt (GoTo Meeting), mit 1 CME-Punkt (Kat. A) pro Termin.
Hier finden Sie die Themen- und Terminübersicht.
Kurzfristige Themen- und Dozentenänderungen sind möglich.
Weitere Infos / Einwahldaten über neurochirurgie(at)diako.de
31.1.2025 — Positiver Effekt des Gehirn-Bypass nach Schlaganfall – neue Studienergebnisse aus Flensburg
Jährlich erleiden über 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Früh erkannt, können die gefährlichen Blutgerinnsel mit Medikamenten und über Gefäßkatheter schnell aufgelöst und entfernt werden. Damit kann eine schwerwiegende und teils auch dauerhafte Erkrankung bei vielen Betroffenen abgewendet werden. Für eine kleine Gruppe von Schlaganfallopfern reichen diese Therapien jedoch nicht aus: Ihr Gehirn wird weiterhin mangelhaft durchblutet, und erneute Schlaganfälle in kurzer Abfolge können ihre Gesundheit sehr rasch deutlich gefährden. In dieser speziellen Situation ist die Anlage eines Gefäßbypass zum Gehirn durch die Neurochirurgie die letzte Chance für die Betroffenen.
Eine Studie an der DIAKO Flensburg hat jetzt den Effekt des Gehirn-Bypass an einer Gruppe von zwölf Personen erstmals systematisch untersucht. Die Ergebnisse sind ermutigend: Diese mit Gehirnbypässen behandelten Personen zeigten messbar eine verbesserte Hirnleistung, größere Aufmerksamkeit, mehr Handkraft und besonders ein besseres Erinnerungsvermögen.
Die Ergebnisse der Flensburger Studie wurde jetzt auf der Jahrestagung der Neuro-Intensivmedizin in Berlin vorgestellt und unter Fachleuten der Neurologie und Neuroradiologie viel beachtet und diskutiert. Das Fazit: Die Bypasschirurgie ist eine wichtige Ergänzung in der Schlaganfalltherapie. Sie hat einen bedeutenden Stellenwert, insbesondere für die Gruppe der oben beschriebenen speziellen Schlaganfallopfer.
Das Neurozentrum an der DIAKO, mit Neurologie, Neuroradiologie und Neurochirurgie, versorgt jährlich über 1300 Schlaganfälle. Zusammen mit der Gefäßchirurgie wie auch der Neuro-Intensivmedizin kann sich die DIAKO mit den etablierten Zentren in Deutschland messen und nimmt hier einen vorderen Platz ein.
Erstmals wurde in einer prospektiven Studie der klinische Effekt der Bypasschirurgie bei 12 exemplarischen Patienten untersucht. In den Ergebnissen zeigt sich eine Verbesserung der Hirnleistungen, der Aufmerksamkeit (MoCA Test), der Handkraft sowie speziell des Erinnerungsvermögens.
Darüber hinaus finden sich nach der Operation auch in den technischen Untersuchungen mittels CT-Perfusion eine bessere Durchblutung in den verantwortlichen Arealen (M5-Region des ASPECT score mit r=0.71 und p=0.0441). Den Ergebnissen gingen umfangreiche Voruntersuchungen voraus, auf deren Grundlage ein Standard-Untersuchungsprotokoll entwickelt wurde.
20.12.2024 — Gemeinsam virtuos – in der Musik und in der Neurochirurgie
Was haben Musik und Neurochirurgie gemeinsam? Eine ganze Menge! Johannes Busse ist Assistenzarzt in der Neurochirurgie und Musiker und muss es wissen. Musik begleitet ihn schon sein ganzes Leben, auch durch das Medizinstudium. Jetzt, bei seiner Tätigkeit als Arzt, erlebt er die Arbeit des OP-Teams bei komplexen neurochirurgischen Eingriffen ganz ähnlich wie das Zusammenspiel von Orchestermusikern. Höchste Konzentration, fokussierte Wahrnehmung feinster Bewegungen, ein Flow, in dem alle harmonisch zusammen … arbeiten? … spielen? Er komponiert das Stück mit dem Namen „Not Exactly Rocket Science“. Musik und Komposition sind für den jungen Arzt ein perfekter Ausgleich zu seiner fordernden Tätigkeit.
Johannes Busse machte sich auf die Suche nach einem Orchester, das dieses Stück spielen würde. Das Hochschulorchester Flensburg unter Dr. Theo Saye mit Musizierenden aus der Uni Flensburg, der Hochschule Flensburg und dem musikbegeisterten nördlichen Umkreis machte mit. Der Dirigent und ehemalige Kapellmeister des Landestheaters fand die Idee sofort originell. „Dieses Streben nach Perfektion, in der Musik und in der Medizin – das passt,“ sagte Theo Saye. „Einstimmig angenommen,“ befanden die Mitglieder des Hochschulorchesters, und der Weg war frei für zwei Probentermine. Abgesehen von der Mitwirkung beim Deutsch-Dänischen Freundschaftslied „Long Way“ (der Flensburg-Hymne von 2020) ist dies ein neues Terrain für das Hochschulorchester, dessen Repertoire sonst von Mozart über Elgar und Tschaikowski bis Prokofjew reicht.
Inzwischen wurde die Komposition eingespielt. Doch das Projekt hat nicht nur eine klangliche Dimension. Johannes Busse fand mit Tobias Reimer und Christian Schwier ein Filmteam, das die Orchesterproben im Audimax der EUF und die Arbeit im OP der DIAKO gleichermaßen einfing und ihre Ähnlichkeiten in Film und Ton erlebbar macht. Für den guten Ton sorgte übrigens Tonmeister Benito Battiston.
Der Film ist veröffentlicht auf dem YouTube-Kanal der DIAKO Flensburg.
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3.3.2024 — Habilitation in der Neurochirurgie: Dr. Roman Rotermund erhielt PD-Titel von der Universität Hamburg
Dr. Roman Rotermund, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie, hat sich mit dem Thema „Hypophysenchirurgie am Beispiel der Akromegalie“ für das Fachgebiet der Neurochirurgie habilitiert und trägt seit Februar 2024 den Titel „Privatdozent“. Am 3. Juni hat er nun seine Antrittsvorlesung an der Universität Hamburg gehalten.
Dr. Rotermund studierte Medizin an den Universitäten Budapest und Hamburg und forschte bereits in seiner Dissertation zu einem Hypophysen-Thema: „Germinome im Bereich des zentralen Nervensystems.“ Nach seiner Facharztausbildung zum Neurochirurgen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf kam er im Januar 2023 als Oberarzt an das DIAKO Krankenhaus. Hier setzte er seine akademische Laufbahn fort und erhielt im Februar dieses Jahres von der Universität Hamburg den Titel eines Privatdozenten.
Dr. Rotermund hat sich besonders für die kranielle Neurochirurgie qualifiziert und hier speziell für die neurochirurgische wie auch medikamentöse Behandlung von Hypophysentumoren. Diese Tumore der Schädelbasis werden, wenn eine medikamentöse Behandlung nicht möglich ist, über einen Zugang durch die Nase operiert. Dabei gilt es, die wichtigen Funktionen für den Hormonhaushalt des Menschen, wie z.B. der Schildrüse und Nebennierenrinde, zu erhalten. Insgesamt führte Dr. Rotermund bereits über 500 Hypophysenoperationen durch und weist damit in Schleswig-Holstein die höchste Expertise für diese Eingriffe auf. Seine maßgeblichen Veröffentlichungen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften decken sehr weitreichend sein Spezialgebiet ab, wobei er auch in den anderen Bereichen der Neurochirurgie eine umfassende Erfahrung mitbringt.
Das Forschungsthema seiner Habilitation beschäftigt sich mit der endokrinologischen Erkrankung Akromegalie, bei der ein Tumor in der Hypophyse einen Überschuss an Wachstumshormonen produziert, infolgedessen Hände, Füße, Kinn, Ohren, Nase oder auch innere Organe unverhältnismäßig stark wachsen und dadurch Probleme verursachen. Wenn der Tumor mithilfe der MRT-Diagnostik lokalisiert wurde, lässt er sich über einen Zugang durch die Nase schonend exoskopisch entfernen. Das präzise chirurgische Arbeiten mit dem Orbeye-Exoskop reduziert die OP-Dauer und erfordert nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt, so dass die Betroffenen wenig belastet werden – und gleichzeitig sehr gute Heilungschancen haben.
In der gesamten Region hat Dr. Rotermund mit der Hypophysen-Spezialisierung ein Alleinstellungsmerkmal. Ziel der Klinik ist es daher, die niedergelassenen Facharztpraxen für Allgemeinmedizin und für Endokrinologie aber auch Selbsthilfegruppen für Hpophysenerkrankungen über die Behandlungsmöglichkeiten an der DIAKO zu informieren, damit Betroffene im Norden schnell eine kompetente Diagnose und Behandlung erhalten.
„Dr. Rotermund erweitert mit seiner praktischen und seiner wissenschaftlichen Qualifikation das Leistungsspektrum der Neurochirurgischen Klinik an der DIAKO bedeutend. Ich gratuliere herzlich zur Habilitation!“ sagt Prof. Dr. Jan Regelsberger, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie. „Ich freue mich, dass wir hier ein starkes Team mit jungen und engagierten Mitarbeitenden haben, die die Zukunft der Klinik erfolgreich gestalten und sich vor allem mit Herz und Engagement für ihre Patientinnen und Patienten einsetzen.“
Foto: N. Hempel